Amorgos …
hat nur drei nennenswerte Ortschaften. Der Hauptort Chora liegt weit oben in den Bergen, blendend weiß, zwischen kargen Bergen versteckt, an offenen Stellen windgeplagt. Reizende kleine, zum Teil steile Gassen, blumengeschmückt. Von hier führt der Weg mehrere hundert Meter hinab an eine Felswand, an der die berühmteste Sehenswürdigkeit der Insel weiß, schmal und viele Etagen hoch regelrecht klebt: das von einigen Mönchen noch bewohnte Kloster Chosowiotissa, sicher eines der spektakulärsten Klosterbauten Griechenlands.
Dann geht`s …
wieder hoch auf den Bergkamm, auf dem man streckenweise die gesamte 33 Kilometer lange und sehr schmale Insel überschauen kann. Karg, steinig, wuchtig liegt der Felsklotz im türkisfarbenen Meer. Von hier oben sind die beiden anderen Ortschaften zu erkennen, beides Hafenorte, in denen Fähren ankommen und abfahren und die mit der einzigen Buslinie der Insel mit der Chora verbunden sind.
Beide Hafenorte …
unterscheiden sich deutlich. Katapola umschließt eine tief eingeschnittene, von Bergen umgebene Bucht, hier geht es geschäftig zu. Tavernen, Cafes und Unterkünfte gibt es genug, aber der Tourismus spielt nicht die Hauptrolle. Der Hafen lebt auch noch weit außerhalb der Saison, vor allem wenn die Fähre ankommt.
Über den Hauptkamm …
geht es über steinige Pfade und einsame Weiler weiter bis nach Ägiali, dem zweiten Hafen. Dort ist die Atmosphäre mediterraner, eine große, sandige Badebucht liegt mitten im Ort, viele Läden und Tavernen säumen die sehr touristischen Gassen. Wo also Quartier nehmen, in der Chora hoch oben, dem geschäftigen Katapola oder dem sonnigen Ägiali? Reine Geschmacksache.
Kleine Hotels mit ein paar Zimmern und private Studio-Anbieter sind die Regel. Das Angebot ist groß genug, außerhalb der Hochsaison auch kein Problem, noch vor Ort das Richtige zu finden.
Bei Ägiali und Katapola gibt es Campingplätze.
Ganz klar die Nummer eins ist das Kloster Chosowiotissa mit Wurzeln bis ins 9. Jahrhundert, das an einem Felsen über dem Meer klebt und in dem Mönche leben. Es kann über viele Stufen treppauf und treppab besucht werden.
Als Faustregel gilt, dass von Ostern bis Mitte Oktober Touristensaison ist. Auch wenn Amorgos abgelegen ist, sind im Sommer die Quartiere ausgebucht. Empfehlenswert ist die Nebensaison, in Katapola lebt die Insel auch im Winterhalbjahr.
Ägiali hat einen langen Sandstrand im Ort, Katapola etwas außerhalb mehrere kleinere, schön gelegen. Auf der Insel finden sich außerdem an vielen Stellen Sand- und Kiesbuchten.
Die Anreise per Flugzeug geht über Athen, manchmal gibt es von Deutschland Direktflüge nach Naxos. Weiter geht es mit der Fähre. Entweder mit den großen ab Piräus, aber auch nicht jeden Tag, selten ab Rafina. Die Fahrt dauert acht bis neun Stunden, meist kommen sie mitten in der Nacht an. Oder die reizvolle Tour ab Naxos mit der legendären alten „Express Skopelitis“.
„Amorgos und die Kleinen Ostkykladen“ ist ein geeigneter Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag. Aus dem gleichen Haus gibt es den Kykladenführer, der ein größeres Kapitel zu Amorgos enthält.
Es gibt sehr reizvolle Wanderungen, meist allerdings sind sie steil und steinig.
Dafür werden Wanderfreunde fast überall mit großartigen Ausblicken verwöhnt.
Wer schon die bekannten Insel wie Santorini, Paros oder Mykonos kennt, kann sich eine reizvolle Route abseits des Touristentrubels zusammenstellen. Sie führt von Naxos über die Kleinen Kykladen. Hier gibt es wenig Tourismus, oft nur einen Hafenort und ein paar Siedlungen, Mietwagen sind hier überflüssig. Lebendig wird es nur, wenn mal die Fähre anlegt. Amorgos bildet dann einen schönen Abschluss der Reise.